Das Google Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist der kostenlose Eintrag, mit dem dein Betrieb in der Google-Suche und auf Google Maps erscheint: mit Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen und Kontaktdaten. 46 Prozent aller Suchanfragen haben laut einer vielzitierten Google-Zahl lokalen Bezug, und das Profil entscheidet maßgeblich mit, wer im lokalen Dreierpack dieser Suchergebnisse auftaucht, und liefert inzwischen auch die Daten, aus denen KI-Suchen lokale Empfehlungen ziehen. Einrichten dauert rund eine Stunde inklusive Verifizierung, die Wirkung hängt an der laufenden Pflege. In unseren Local-Peak-Audits ist das Profil regelmäßig der schnellste Hebel für mehr lokale Sichtbarkeit, und zugleich der am häufigsten vernachlässigte. Dieser Leitfaden führt Schritt für Schritt durch alles: Profil erstellen, Verifizierung meistern, die 7 Ranking-Hebel und die wöchentliche Pflege-Routine.
Google Unternehmensprofil: Bedeutung und Nutzen
Das Google Unternehmensprofil ist der Firmeneintrag, der in der Google-Suche rechts als Info-Kasten und auf Google Maps als Pin erscheint. Bis 2022 hieß dasselbe Produkt Google My Business, deshalb tauchen beide Namen bis heute nebeneinander auf. Gemeint ist immer dasselbe: dein Geschäft bei Google, mit Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen, Anfahrt und Telefonnummer.
Warum das zählt: Laut einer vielzitierten Google-Zahl haben 46 Prozent aller Suchanfragen einen lokalen Bezug, also fast jede zweite Suche. Wer „Friseur in der Nähe" oder „Steuerberater Frankfurt" sucht, bekommt zuerst das lokale Dreierpack: die Karte mit drei hervorgehobenen Betrieben. Diese drei Plätze werden maßgeblich über die Unternehmensprofile vergeben, nicht über die Websites. In der Ranking-Faktoren-Forschung von Whitespark gilt das Profil als wichtigster einzelner Treiber für diese Sichtbarkeit.
Für die lokale Suche ist das Profil damit das wichtigste kostenlose Werkzeug überhaupt. Der Nutzen ist direkt messbar: Anrufe, Routenplanungen und Website-Klicks passieren aus dem Profil heraus, oft ohne dass die Website überhaupt besucht wird. Und das alles kostet nichts. Das Unternehmensprofil ist in allen Grundfunktionen kostenlos. Wer dir am Telefon etwas anderes erzählt, will dir etwas verkaufen, dazu unten mehr.
Google Unternehmensprofil erstellen: Schritt für Schritt
Ein Google Unternehmensprofil erstellst du kostenlos unter business.google.com mit einem normalen Google-Konto. Der Ablauf dauert etwa 20 Minuten, die Freischaltung danach ein paar Tage. So gehst du vor:
- Vorher prüfen, ob es dein Profil schon gibt. Google legt Einträge oft automatisch aus Verzeichnisdaten an. Suche nach deinem Firmennamen: Erscheint ein Eintrag mit dem Hinweis „Inhaber dieses Unternehmens?", beanspruchst du ihn, statt einen neuen anzulegen. Doppelte Einträge schaden dem Ranking.
- Mit dem Google-Konto des Betriebs anmelden und auf business.google.com den Firmennamen exakt so eintragen, wie er am Geschäft steht. Fantasie-Zusätze wie „Meier Sanitär | Notdienst 24h günstig" verstoßen gegen die Richtlinien und riskieren eine Sperrung.
- Die Hauptkategorie sorgfältig wählen. Sie ist eines der stärksten Ranking-Signale. Wähle die spezifischste passende Kategorie („Sanitärinstallateur", nicht „Handwerker") und ergänze weitere Kategorien nur, wenn sie wirklich zutreffen.
- Adresse oder Einzugsgebiet festlegen. Ladengeschäft: Adresse anzeigen. Betriebe, die zum Kunden fahren (Handwerk, Pflege, Lieferdienst): Adresse verbergen und Einzugsgebiet definieren, das geht beides.
- Kontaktdaten und Website eintragen und die Verifizierung starten. Ohne bestätigte Inhaberschaft bleibt das Profil unvollständig sichtbar und du kannst weder Bewertungen beantworten noch Fotos steuern.
Nach der Freischaltung geht die eigentliche Arbeit los: Fülle die Unternehmensbeschreibung (bis 750 Zeichen) in natürlicher Sprache. Schreib rein, was du machst, für wen und in welchem Gebiet, ohne Keyword-Aneinanderreihung. Lege danach deine Leistungen einzeln an („Badsanierung", „Heizungswartung", „Notdienst"), jede mit zwei, drei Sätzen Beschreibung. Genau diese Leistungs-Einträge matcht Google mit konkreten Suchanfragen, und genau hier sind die meisten Profile leer.
Verifizierung und Zugriff: die häufigsten Hürden
Die Verifizierung ist der Schritt, an dem die meisten Profile hängen bleiben. Google will belegen, dass dein Betrieb wirklich existiert und dort sitzt, wo du es angibst. Das Standard-Verfahren ist inzwischen die Video-Verifizierung: Du nimmst mit dem Handy ein Video live auf (vorproduzierte Videos akzeptiert Google nicht), mindestens 30 Sekunden, das deine Umgebung mit Straßenschild oder Nachbargebäuden, deine Beschilderung mit Firmennamen und einen Beleg für den Geschäftsbetrieb zeigt. Die Prüfung dauert laut der offiziellen Anleitung zur Video-Verifizierung bis zu fünf Werktage.
Ein paar Regeln machen das Video beim ersten Versuch erfolgreich: bei Tageslicht drehen, draußen an der Straße beginnen (Straßenschild oder Hausnummer zeigen), dann ohne Schnitt zur Beschilderung und in den Betrieb gehen, und dort etwas zeigen, das nur der Inhaber zeigen kann: den Werkstattschlüssel, die Kasse, Firmenfahrzeuge mit Beschriftung, eingehende Post mit Firmenanschrift. Je eindeutiger der Nachweis, desto seltener fordert Google eine zweite Runde. Wird kein Video angeboten oder scheitert es mehrfach, bietet Google je nach Fall Alternativen an, etwa den klassischen Brief mit Bestätigungscode; welche Methode dir angezeigt wird, entscheidet Google nach Branche und Standort.
Drei Situationen machen in der Praxis am meisten Ärger:
- Das Profil ist gesperrt. Passiert oft nach Namens-Spielereien oder häufigen Adress-Änderungen. Der Weg zurück führt über den Einspruch im Google-Hilfebereich: Belege bereithalten (Gewerbeanmeldung, Fotos vom Geschäft, Website mit Impressum), nüchtern begründen, warten. Kein neues Profil anlegen, das verschärft die Lage.
- Jemand anderes verwaltet das Profil. Ein Ex-Mitarbeiter, eine frühere Agentur, der Vorbesitzer. Über „Inhaberschaft beantragen" schickt Google dem eingetragenen Inhaber eine Anfrage; reagiert er innerhalb der Frist nicht, kannst du die Übernahme bei Google anstoßen.
- Der Zugang ist schlicht verloren. Falsches oder gelöschtes Google-Konto, niemand weiß mehr, worüber das Profil lief. Auch hier: Inhaberschaftsanfrage über das öffentliche Profil, nicht neu anlegen.
Die 7 Hebel für ein besseres Maps-Ranking
Ob dein Betrieb im lokalen Dreierpack von Google Maps auftaucht, entscheiden im Kern Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. An der Entfernung kannst du nichts drehen, an den anderen beiden sehr wohl. Diese sieben Hebel bewegen nach unserer Projekt-Erfahrung und der Whitespark-Forschung am meisten:
- Vollständigkeit. Jedes Feld gefüllt: Kategorien, Leistungen, Attribute, Beschreibung, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen. Unvollständige Profile verlieren gegen vollständige, so simpel ist das.
- Echte Fotos, regelmäßig. Keine Stock-Bilder. Team, Arbeiten, Laden, Fahrzeuge, alle paar Wochen ein paar neue. Profile mit frischen Fotos wirken lebendig, für Google und für Menschen.
- Bewertungen mit System. Der stärkste einzelne Hebel, deshalb bekommt er unten ein eigenes Kapitel.
- Aktivität zeigen. Beiträge, Angebote, aktuelle Infos: Die Ranking-Forschung stuft Engagement-Signale wie Posts, Klicks, Anrufe und Routen-Anfragen als zunehmend einflussreich ein. Ein Profil, das seit zwei Jahren schweigt, sendet das Gegenteil.
- Die Website dahinter. Das Profil verlinkt auf deine Seite, und deren Qualität zahlt aufs lokale Ranking ein. Eine Website, die Anfragen bringt, und ein starkes Profil verstärken sich gegenseitig.
- Einheitliche Daten überall. Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf Website, Profil und in Verzeichnissen identisch sein. Abweichungen („Str." hier, „Straße" dort ist okay, ein alter Standort nicht) kosten Vertrauen.
- An die KI-Suchen denken. Die großen KI-Suchen ziehen ihre lokalen Empfehlungen unter anderem aus Profil- und Bewertungsdaten; wie diese Systeme arbeiten, erklärt unser Grundlagen-Artikel zur KI-Suche. die Ranking-Faktoren-Umfrage 2026 untersucht erstmals eigene Faktoren für diese KI-Sichtbarkeit. Ein gepflegtes Profil ist damit doppelt wertvoll: für die Karte heute und für die KI-Antwort morgen. Genau das ist der Kern von Local SEO und KI-Sichtbarkeit.
Bewertungen: der stärkste Hebel im Profil
Google Bewertungen entscheiden doppelt: über dein Ranking und über die Frage, wen der Kunde anruft, wenn drei Betriebe nebeneinander stehen. Dabei zählt nicht nur die Durchschnittsnote. Die Whitespark-Analyse zur Bewertungs-Aktualität zeigt: 45 Prozent der Menschen achten bei Bewertungen am stärksten darauf, wie aktuell sie sind. Zwanzig Fünf-Sterne-Bewertungen aus 2023 schlagen keine stetige Reihe frischer Stimmen. Und die vermeintliche Abkürzung über gekaufte Sterne endet seit 2026 mit einer öffentlichen Warnung am Profil; warum, steht im Artikel zu gekauften Google Bewertungen.
So baust du das systematisch auf (die ausführliche Anleitung mit allen Rechts-Regeln steht im Leitfaden für mehr Google Bewertungen):
- Frag jeden Kunden nach Abschluss, nicht nur die erkennbar zufriedenen. Das ist nicht nur fairer, sondern auch rechtlich der sichere Weg.
- Mach es bequem: Der direkte Bewertungslink aus dem Profil, als QR-Code auf Rechnung oder Karte, senkt die Hürde enorm.
- Antworte auf jede Bewertung, auch auf kritische, sachlich und freundlich. Die Antwort liest nicht nur der eine Kunde, sondern jeder, der danach kommt.
- Kauf keine Bewertungen. Gekaufte oder erfundene Stimmen sind irreführend, abmahnfähig und fliegen bei Googles Filtern zunehmend auf.
Dass das funktioniert, sehen wir in eigenen Projekten: Ein Restaurant-Kunde von uns steht nach Jahren konsequenter Bewertungs-Pflege bei 4,7 Sternen mit über 340 Google-Bewertungen (Stand: Juli 2026) und damit einer Bewertungslage, von der die meisten Wettbewerber seiner Umgebung weit entfernt sind. Der Mechanismus dahinter ist unspektakulär: Nach jedem gelungenen Abend wird freundlich um eine Bewertung gebeten, und auf jede einzelne Stimme gibt es eine persönliche Antwort. Kein Trick, nur Konsequenz.
Und wenn eine unfaire oder falsche Bewertung dabei ist: Erst sachlich öffentlich antworten, dann bei Google eine Überprüfung melden, wenn die Bewertung gegen die Richtlinien verstößt (etwa weil sie erfunden ist oder vom Wettbewerber stammt). Was sich löschen lässt und was nicht, ist ein eigenes Thema, das wir in einem separaten Artikel behandeln.
Praxis-Befund: jedes vierte Profil ist verwaist
Wir prüfen bei Local Peak in jedem Website-Audit auch das Google Unternehmensprofil, und ein Muster zieht sich durch: Mehr als jedes vierte geprüfte Profil hatte keinen aktiven Inhaber. Ein Metallbau-Betrieb mit makellosen 5,0 Sternen: Profil nie beansprucht. Ein Dienstleister mit jahrzehntelanger Historie: Profil nie beansprucht. Dazu verlorene Zugänge und Betriebe ganz ohne Eintrag.
Das Tückische: Ein verwaistes Profil sieht von außen normal aus. Aber niemand beantwortet Bewertungen, niemand korrigiert Öffnungszeiten, und Änderungsvorschläge von Dritten gehen ungeprüft durch. Der Betrieb überlässt seinen wichtigsten Google-Auftritt dem Zufall.
Woran das liegt, ist immer dieselbe Geschichte: Das Profil wurde nie bewusst angelegt, sondern von Google automatisch erzeugt, oder es hing am Konto einer Person, die längst weg ist. Niemand fühlt sich zuständig, und weil der Eintrag ja „irgendwie da ist", fällt es niemandem auf.
Der Check dauert fünf Minuten: Google deinen Firmennamen. Steht im Profil-Kasten der Hinweis „Inhaber dieses Unternehmens?", gehört dein Eintrag gerade niemandem. Dann ist das Beanspruchen die mit Abstand rentabelste Viertelstunde deiner Woche.
Profil pflegen: Beiträge, Fotos, Statistiken
Ein Google Unternehmensprofil ist kein Eintrag, den man einmal macht, sondern ein Kanal, den man bespielt. Die gute Nachricht: 15 Minuten pro Woche reichen. Eine Routine, die sich in unseren Projekten bewährt hat:
- Wöchentlich: Neue Bewertungen beantworten, eingegangene Fragen im Fragen-und-Antworten-Bereich beantworten (dort antwortet sonst irgendwer).
- Monatlich: Zwei, drei neue Fotos hochladen und einen Beitrag posten: aktuelles Projekt, Angebot, saisonaler Hinweis.
- Quartalsweise: Statistiken ansehen (Aufrufe, Anrufe, Routen, Website-Klicks), Öffnungszeiten und Leistungen prüfen, Feiertage eintragen.
Die Statistiken im Profil sind dabei ehrlicher als jedes Bauchgefühl: Sie zeigen dir, wie viele Menschen dich über die Suche finden, mit welchen Suchbegriffen sie bei dir gelandet sind und was sie danach getan haben: angerufen, Route geplant, Website besucht. Drei Dinge lohnen den regelmäßigen Blick. Erstens die Suchbegriffe: Tauchen dort nur dein Firmenname und Varianten davon auf, finden dich bisher nur Leute, die dich schon kennen, und die Leistungs-Suchen gehen an die Konkurrenz. Zweitens das Verhältnis von Aufrufen zu Aktionen: Viele Aufrufe ohne Anrufe deuten auf ein Profil, das gefunden wird, aber nicht überzeugt. Drittens der Verlauf über Monate: Bleibt die Kurve flach, klemmt einer der sieben Hebel oben.
Häufige Fragen zum Google Unternehmensprofil
Was kostet ein Google Unternehmensprofil?
Nichts. Erstellen, verwalten, Bewertungen beantworten, Fotos und Beiträge: alles kostenlos. Hinter Anrufen, die von einer „abgelaufenen Testphase" oder kostenpflichtigen Einträgen sprechen, steckt eine bekannte Betrugsmasche. Google warnt offiziell vor solchen Anrufen und fragt am Telefon nie nach Zahlungsdaten.
Wie erstelle ich ein Unternehmensprofil bei Google?
Auf business.google.com mit einem Google-Konto anmelden, Firmenname und Hauptkategorie eintragen, Adresse oder Einzugsgebiet festlegen, Kontaktdaten ergänzen und die Verifizierung durchlaufen, heute meist per Live-Video. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht oben im Artikel.
Wie komme ich auf mein Unternehmensprofil bei Google?
Melde dich mit dem verknüpften Google-Konto an und suche bei Google nach deinem Firmennamen: Über dem Eintrag erscheint dann deine Verwaltungsleiste. Hat ein anderes Konto die Inhaberschaft, beantragst du sie über den Eintrag; reagiert der Inhaber nicht innerhalb der Frist, kannst du die Übernahme anstoßen.
Was bringt ein Google Unternehmensprofil?
Sichtbarkeit im lokalen Dreierpack der Google-Suche und auf Google Maps, dazu direkte Anrufe, Routenplanungen und Website-Klicks aus dem Eintrag heraus. Für lokale Betriebe ist es neben der Website der wirksamste kostenlose Sichtbarkeits-Kanal.
Google My Business oder Google Unternehmensprofil, was ist der Unterschied?
Keiner. Google My Business wurde 2022 in Google Unternehmensprofil (englisch Google Business Profile) umbenannt. Die alte App wurde eingestellt, verwaltet wird heute direkt in der Google-Suche, in Google Maps oder über business.google.com.
Tauchen die Daten aus dem Profil auch in KI-Suchen auf?
Ja. Die großen KI-Suchen ziehen lokale Empfehlungen unter anderem aus Unternehmensprofil- und Bewertungsdaten, und die Local-Ranking-Forschung nimmt KI-Sichtbarkeit seit 2026 als eigenes Untersuchungsfeld auf. Ein vollständiges, aktives Profil erhöht die Chance, in KI-Antworten als Empfehlung genannt zu werden.
Dein Profil ist nur der Anfang.
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