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Was eine Website kostet: die ehrliche Antwort

Von Christian Karsunke 9 Min. Lesezeit

Was eine Website kostet, hängt von sieben Faktoren ab: Umfang, Design-Tiefe, Inhalte, Funktionen, Auffindbarkeit, Rechtliches und Betreuung. Deshalb reichen die Marktpreise von dreistelligen Baukasten-Jahreskosten über niedrige vierstellige Vorlagen-Projekte bis zu mittleren und oberen vierstelligen Größenordnungen für individuelle Auftritte mit Texten, Fotos und SEO-Fundament; Shops und Portale liegen darüber. Jede Pauschalzahl ohne Leistungsbeschreibung ist Scheingenauigkeit. Dieser Ratgeber erklärt die Faktoren, die laufenden Kosten, die drei klassischen Kostenfallen aus unserer Audit-Praxis und liefert die Checkliste, mit der du Angebote fair vergleichst, inklusive der ehrlichen Antwort, wann du noch gar keine Website kaufen solltest und woran du unseriöse Angebote in beide Richtungen erkennst.

Ein Website-Preis ohne Leistungsbeschreibung sagt nichts

Wer nach Website-Kosten sucht, findet Preislisten, die sich um den Faktor hundert unterscheiden. In Gründer-Foren berichten die einen von Projekten für ein paar hundert Euro, die anderen von Summen, für die man einen Kleinwagen bekommt, und beide meinen, sie hätten „eine Website" gekauft. Genau da liegt das Missverständnis: „Website" ist keine definierte Leistung. Das Wort umfasst alles von der Ein-Seiten-Visitenkarte aus der Vorlage bis zum dreißigseitigen Auftritt mit individuellen Texten, eigener Bildsprache und SEO-Fundament.

Hinter jedem seriösen Angebot steckt am Ende dieselbe simple Rechnung: Arbeitsstunden mal Stundensatz. Eine durchdachte Website besteht aus Konzept, Struktur, Texten, Bildern, Umsetzung, Tests und Rechtlichem, und jede dieser Stationen kostet Stunden. Die Stundensätze wiederum unterscheiden sich nach Erfahrung, Spezialisierung und Region. Wenn zwei Angebote weit auseinanderliegen, steckt fast nie Zauberei dahinter, sondern eine andere Stundenzahl: Der eine plant Texte, Fotos und Auffindbarkeit ein, der andere setzt eine Vorlage auf und überlässt dir den Rest.

Deshalb ist jede Pauschalantwort auf die Preisfrage unseriös, auch unsere. Was wir dir stattdessen geben können, ist das System dahinter: die Faktoren, die den Preis wirklich bestimmen, die laufenden Kosten, die gern verschwiegen werden, die typischen Fallen und eine Checkliste, mit der du Angebote fair vergleichst. Damit kannst du jedes Angebot einordnen, egal von wem es kommt.

Die sieben Faktoren, die den Preis bestimmen

Wenn du verstehst, woraus der Preis entsteht, kannst du jedes Angebot lesen wie ein Profi. Diese sieben Faktoren machen den Unterschied:

  1. Umfang: Eine Seite oder dreißig? Jede zusätzliche Seite braucht Konzept, Text, Gestaltung und Pflege. Der Umfang ist der stärkste einzelne Preishebel.
  2. Design-Tiefe: Eine angepasste Vorlage ist schnell eingerichtet. Ein eigenes Design, das zu deinem Betrieb passt und dich von Wettbewerbern unterscheidet, ist Handarbeit.
  3. Inhalte: Der am meisten unterschätzte Posten. Wer schreibt die Texte, wer macht die Fotos? „Inhalte liefert der Kunde" ist der häufigste Grund, warum Projekte stocken oder Websites leer wirken.
  4. Funktionen: Kontaktformular, Terminbuchung, Rechner, Bewertungs-Einbindung, Mehrsprachigkeit. Jede Funktion ist Entwicklungs- und Pflegeaufwand.
  5. Auffindbarkeit: Eine Website, die niemand findet, ist Dekoration. Saubere Technik, durchdachte Seitenstruktur und Texte, die Suchanfragen beantworten, gehören in ein seriöses Projekt von Anfang an.
  6. Rechtliches: Impressum, Datenschutzerklärung, Barrierefreiheit, Einwilligungen. Fehler kosten hier später mehr als die ganze Website.
  7. Betreuung danach: Updates, Sicherheit, Änderungen, Weiterentwicklung. Ohne Plan dafür beginnt die Alterung am Tag der Übergabe.

Die Größenordnungen im Markt, ehrlich eingeordnet

Konkrete Zahlen wären an dieser Stelle Scheingenauigkeit, denn ohne die sieben Faktoren ist jede Zahl irreführend. Aber die Größenordnungen lassen sich ehrlich beschreiben:

Misstrauisch solltest du in beide Richtungen sein: bei Angeboten, die weit unter diesen Größenordnungen liegen und trotzdem „alles inklusive" versprechen, genauso wie bei fünfstelligen Angeboten für einen überschaubaren lokalen Auftritt ohne nachvollziehbare Leistungsliste.

Die laufenden Kosten, die kaum jemand einrechnet

Eine Website ist kein Einmalkauf, auch wenn sie so verkauft wird. Vier Posten laufen immer weiter:

Als Faustregel für die Planung: Rechne pro Jahr mit einem laufenden Aufwand in der Größenordnung von einem Zehntel bis einem Fünftel des ursprünglichen Projektwerts, je nachdem, wie viel sich bei dir ändert und wie viel Pflege du selbst übernimmst. Das ist kein verlorenes Geld, sondern der Unterschied zwischen einer Website, die nach drei Jahren noch verkauft, und einer, die dann ein Sanierungsfall ist.

Frage jeden Anbieter, was davon im Angebot enthalten ist und was dich der Betrieb im Jahr danach kostet. Die Antwort auf diese Frage trennt seriöse Angebote zuverlässiger von unseriösen als der Projektpreis selbst.

Die drei klassischen Kostenfallen

In unseren Website-Audits bei Local Peak sehen wir immer wieder dieselben drei Muster, mit denen aus einem vermeintlich günstigen Projekt ein teures wird:

  1. Die zweite Website: Das Billig-Projekt liefert eine hübsche Hülle ohne durchdachte Inhalte und ohne Auffindbarkeit. Nach einem Jahr ohne Anfragen folgt der zweite Anlauf, diesmal richtig. Bezahlt wurde am Ende doppelt.
  2. Das Eigentums-Problem: Domain, Hosting oder gar die Inhalte laufen über den Anbieter. Beim Wechsel stellt sich heraus: Dir gehört nichts. Der Neuaufbau inklusive Verlust der aufgebauten Sichtbarkeit ist die teuerste Variante von allen.
  3. Das Abo ohne Ausstieg: Miet-Websites mit monatlicher Rate klingen bequem. Gerechnet auf drei bis fünf Jahre zahlst du oft ein Mehrfaches eines Kauf-Projekts und stehst am Vertragsende trotzdem mit leeren Händen da. Miete kann sinnvoll sein, aber nur mit fairer Ausstiegsklausel.

Was du selbst am Preis beeinflussen kannst

Der Preis ist keine Einbahnstraße. Drei Dinge senken die Projektkosten spürbar, ohne die Qualität zu beschneiden:

Umgekehrt gilt: Am falschen Ende gespart wird fast immer bei Texten, Fotos und Auffindbarkeit, also genau bei dem, was aus einer Website ein Vertriebswerkzeug macht. Diese Posten zu streichen macht das Projekt billiger und wertlos zugleich.

Angebote vergleichen: die Checkliste

Zwei Angebote mit demselben Preis können völlig verschiedene Leistungen enthalten. Prüfe jedes Angebot auf diese Punkte:

Ein Anbieter, der auf diese Fragen klare Antworten hat, ist die bessere Wahl als der günstigste, der ausweicht.

Wann sich welche Lösung lohnt

Zum Schluss die ehrliche Einordnung, auch wenn sie uns nicht jedes Projekt bringt: Wenn du nebenberuflich startest, kaum Wettbewerb hast und deine Kunden ohnehin über Empfehlungen kommen, reicht für den Anfang eine selbstgebaute Seite oder sogar ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Investiere erst, wenn die Website Aufträge bringen soll.

Sobald aber Kunden dich online suchen und vergleichen, ist die Website kein Kostenpunkt mehr, sondern ein Vertriebsmitarbeiter. Dann zählt nicht, was sie kostet, sondern was sie bringt: Wie viele Anfragen kommen darüber, und was ist dir ein einziger neuer Auftrag wert? Aus dieser Rechnung ergibt sich das Budget von selbst: Überlege, was dir ein durchschnittlicher Auftrag über die gesamte Kundenbeziehung einbringt, und wie viele zusätzliche Aufträge die Website im Jahr liefern müsste, um sich zu tragen. Bei den meisten Betrieben mit ordentlichen Auftragswerten reichen dafür wenige Anfragen im Jahr, und alles darüber ist Gewinn. Diese Rechnung ist der ehrlichste Maßstab für jedes Angebot: nicht „Was kostet die Website?", sondern „Wie viele Aufträge muss sie bringen, und ist das realistisch?". Wie wir solche Websites für lokale Betriebe bauen und was dabei immer enthalten ist, zeigen wir dir transparent; für Handwerksbetriebe haben wir die Anforderungen in einem eigenen Ratgeber aufgeschlüsselt.

Häufige Fragen zu Website-Kosten

Was kostet eine professionelle Website?

Individuelle Projekte mit Konzept, eigenen Texten und Auffindbarkeits-Fundament liegen für lokale Betriebe meist in einer mittleren bis oberen vierstelligen Größenordnung. Entscheidend sind sieben Faktoren: Umfang, Design-Tiefe, Inhalte, Funktionen, Auffindbarkeit, Rechtliches und die Betreuung danach.

Was kostet eine Website im Monat?

Laufend fallen Domain und Hosting (jährlich zweistellig bis niedrig dreistellig), technische Pflege und inhaltliche Aktualisierung an. Bei Miet-Modellen kommt die monatliche Rate dazu; rechne die immer auf drei bis fünf Jahre hoch und prüfe, was dir am Vertragsende gehört.

Warum sind Websites so unterschiedlich teuer?

Weil „Website" keine definierte Leistung ist. Zwischen einer angepassten Vorlage ohne Inhalte und einem individuellen Auftritt mit Konzept, Texten, Fotos und SEO-Fundament liegen Welten an Arbeitszeit. Vergleichbar werden Angebote erst über die Leistungsliste, nicht über den Preis.

Kann ich eine Website kostenlos erstellen?

Gratis-Tarife von Homepage-Baukästen existieren, kommen aber mit Fremdwerbung, Anbieter-Subdomain und engen Grenzen; für einen Betrieb wirkt das unprofessionell. Wirklich kostenlos ist ohnehin nichts: Du bezahlst mit deiner Zeit. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil ist als kostenloser Startpunkt meist wertvoller.

Was kostet eine Website für ein kleines Unternehmen?

Für einen lokalen Betrieb mit klarem Leistungsangebot bewegt sich ein seriöses individuelles Projekt meist im vierstelligen Bereich. Wichtiger als die Zahl: Texte, Fotos, Auffindbarkeit und Rechtliches müssen enthalten sein, sonst kaufst du eine Hülle und zahlst später doppelt.

Woran erkenne ich ein seriöses Website-Angebot?

An klaren Antworten auf sieben Fragen: Wer erstellt Texte und Bilder, welche Seiten entstehen, sind Auffindbarkeits-Grundlagen enthalten, laufen Domain und Hosting auf deinen Namen, ist Rechtliches abgedeckt, was kostet der Betrieb ab Jahr eins, und gibt es prüfbare Referenzen. Wer ausweicht, fällt durch.

Eine Website, die sich rechnet.

Im kostenlosen Strategiegespräch rechnen wir gemeinsam durch, was eine Website für deinen Betrieb leisten muss und welche Investition dafür wirklich nötig ist.

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Christian Karsunke
Geschäftsführer Local Peak

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