Das Google Business Profile (kurz GBP, früher Google My Business) ist für lokale Betriebe das wichtigste Asset im Netz — oft wichtiger als die eigene Website. Hier laufen Anrufe ein, Wegbeschreibungen werden abgerufen, Termine vereinbart. Und Google misst Aktivität und Vollständigkeit als Ranking-Signal.
Trotzdem sehen wir in fast jedem Audit unvollständige, schlecht kategorisierte oder seit Jahren ungepflegte Profile. Hier die Schritte, die ein Profil wirklich performant machen.
Schritt 1: Verifizierung
Ohne verifiziertes Profil sind Sie für Google nicht existent. Die Verifizierung läuft über vier mögliche Wege:
- Postkarte: 5–14 Tage, klassisch, immer möglich.
- Video-Call: 24–48 Stunden, am häufigsten heute.
- Telefon: sofort, nur bei bestimmten Branchen.
- E-Mail: sofort, sehr selten angeboten.
Welche Methode angeboten wird, entscheidet Google nach Branche, Standort und Datenlage. Mehrere Methoden parallel sind nicht möglich — wer eine startet, muss sie abschließen oder offiziell abbrechen.
Schritt 2: Hauptkategorie, die wichtigste Stellschraube
Die Hauptkategorie ist die mit Abstand wichtigste einzelne Angabe im gesamten Profil. Google rankt im Local Pack überproportional nach ihr. Eine zu allgemeine Kategorie kostet die Hälfte der möglichen Sichtbarkeit.
Beispiel
„Restaurant“ rankt für „Restaurant Frankfurt“. „Italienisches Restaurant" rankt für „Restaurant Frankfurt“, „Italiener Frankfurt“ und „Pizza Frankfurt“. Die zweite Variante öffnet drei mal mehr Suchen — bei identischem Profil.
Bis zu neun weitere Kategorien sind möglich. Die zählen auch — aber deutlich schwächer. Die Reihenfolge spielt keine Rolle, Vollständigkeit schon.
Schritt 3: NAP, Öffnungszeiten, Service-Gebiete
Name, Adresse, Telefon (NAP) müssen identisch zu allen anderen Online-Quellen sein. Öffnungszeiten taggenau, mit Sonderöffnungszeiten für Feiertage. Wer einen Service ohne festen Standort anbietet (Klempner, Reinigung, Catering), nutzt die „Service-Gebiet“-Funktion statt einer Ladenadresse.
Häufiger Fehler: Adresse und Service-Gebiet gleichzeitig zu setzen. Google interpretiert das als widersprüchlich und behandelt das Profil eher als Servicebetrieb, was die Local-Pack-Sichtbarkeit reduziert.
Schritt 4: Fotos und Videos
Profile mit unter 10 Fotos ranken schlechter als Profile mit 30+ Fotos. Was zählt:
- Logo (quadratisch, mindestens 250 × 250 px) und Cover-Bild (1080 × 608 px, kein Stock-Foto).
- Innenraum, Außenansicht, Team, Produkte/Leistungen — echte Bilder, nicht aus der Datenbank.
- Monatlich neue Fotos: Aktivität ist ein Signal.
- Kurze Videos (max. 30 Sekunden) heben das Profil nochmals.
Schritt 5: Posts, die unterschätzte Funktion
Google Posts sind kleine Beiträge, die direkt im Profil erscheinen. Eine Art lokaler Newsfeed. Die meisten Betriebe nutzen diese Funktion nie. Schade — weil sie zwei Effekte hat:
- Sie ist ein Aktivitätssignal für Google.
- Sie nimmt zusätzlichen Platz im Suchergebnis ein — das Profil wird optisch größer.
Empfehlung: ein Post pro Woche, abwechselnd Angebot, Neuigkeit, Event, Service-Erklärung. Posts laufen nach sieben Tagen aus — deshalb ist Konsequenz wichtiger als Perfektion.
Schritt 6: Reviews aktiv beantworten
Reviews sind das wichtigste Vertrauenssignal. Drei Regeln:
- Aktiv um Reviews bitten — direkt nach erfolgreichem Auftrag, mit dem direkten Profil-Link. Die einfachste Variante: ein QR-Code auf der Rechnung oder eine vorbereitete WhatsApp-Nachricht.
- Jede Review beantworten — positive in 2–3 Sätzen, negative ausführlicher und sachlich. Auch dreijahre alte. Google bewertet Antwort-Verhalten.
- Niemals Reviews kaufen oder fälschen — das ist heute fast immer erkennbar und führt im Worst Case zum Verlust des Profils.
Schritt 7: Q&A, die Funktion, die Sie selbst füllen sollten
Im Q&A-Bereich kann jeder Nutzer eine Frage stellen — und jeder andere Nutzer darf antworten. Wenn Sie die Funktion nicht selbst bespielen, antwortet im Zweifel die Konkurrenz oder ein verärgerter Kunde.
Empfehlung: die fünf bis zehn häufigsten Kundenfragen selbst eintragen und beantworten. Das ist nicht gegen Googles Regeln — solange die Fragen echt und die Antworten ehrlich sind.
Schritt 8: Produkte und Leistungen
Diese Felder werden in vielen Profilen leergelassen, dabei sind sie eine kostenlose Bühne. Jede Leistung mit Titel, Beschreibung und (optional) Preis erscheint im Profil und kann in der Suche gefunden werden.
Wer sich die Mühe macht, fünf bis fünfzehn Leistungen sauber zu pflegen, verdoppelt oft die Sichtbarkeit für genau die Suchen, die neue Kunden tatsächlich tippen.
Was Sie in 90 Tagen tun
Ein realistischer Plan für ein Profil von Null bis funktional:
- Woche 1: Verifizierung starten, alle Basisfelder ausfüllen, Hauptkategorie prüfen.
- Woche 2: 20+ Fotos hochladen, Leistungen eintragen, erste fünf Q&A selbst beantworten.
- Woche 3–4: Erste fünf Reviews aktiv einsammeln, jede beantworten.
- Wochen 5–12: Wöchentlich ein Post, monatlich neue Fotos, jede Review innerhalb 48 Stunden beantworten.
Nach 90 Tagen ist das Profil messbar in Bewegung — meistens 20–40 % mehr Profilaufrufe, deutlich mehr Anrufe und ein Local-Pack-Auftritt, der vorher nicht da war. Vorausgesetzt, die Website und die NAP-Daten im Netz spielen mit.
Häufige Fragen
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Wie lange dauert die Verifizierung?
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